| Die Kalkfabrik Netstal schenkte der Kantonsschule Glarus eine Meteostation.
Pressebericht des "Fridolin" vom 21.12.2000
Als Jubiläumsaktivität "100 Jahre Kalkfabrik Netstal" gelangte Heinz Marti, Direktor
der Kalkfabrik, im Frühling an die Kantonsschule, dass das Unternehmen den Wunsch hätte,
im Rahmen von Fr. 25'000.- etwas für die schulische Bereicherung der Kantonsschule
Glarus zu schenken.
Rektor Dr. Armin Leuzinger nannte dieses Geschenk in seinen Begrüssungsworten anlässlich der
Präsentation vom Montagabend eine glückliche Fügung. Dank dieses Geschenkes ist die
Kantonsschule in der Lage, eine Meteostation aufzubauen und zu betreiben. Und ganz im Stillen
meinte er, dass "die Kantonsschule dankbar für ähnliche Jubiläumsgaben für den Weiterausbau
der Meteostation wäre."
Zielsetzung
Unabhängig vom gewählten Fachbereich der Kantonsschüler soll die Gesamtheit der Schüler
die Möglichkeit bekommen,
- sich vermehrt mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und ihren technologischen Aspekten
auseinanderzusetzen,
- das Internet als Informationsquelle und für Publikation der Daten zu nutzen
- und sich damit auf die Anforderungen der zukünftigen Informationstechnologie
vorzubereiten.
- Zusätzlich bietet die Anlage die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler im Programmieren
komplexer Anwendungsbeispiele zu fördern.
Das Projekt
Geleitet von der Idee, dass die Informatik verstärkt
anwendungsorientiert eingesetzt und ein stärkerer Umwelt- und Alltagsbezug geschaffen werden
soll, wird unter der Leitung von Geographielehrer Pascal Bischofberger, unterstützt durch
den Physiklehrer Anton Schriber, ein Projekt mit dem Titel "Wetter und
Umweltdatenerfassungssystem" ausgearbeitet. Es soll das eigenständige Arbeiten im Rahmen von
Semester- und Maturaarbeiten wie auch das Mitmachen an Projekten der Stiftung
"Schweizer Jugend forscht" ermöglichen.
Im Rahmen dieses Projekts wird die von der Kalkfabrik Netstal AG geschenkte Messstation
in Betrieb genommen. Zudem wird die Möglichkeit der Integration in das bestehende
internationale Programm abgeklärt (Global Learning and Observations to Benefit the
Environment). GLOBE geht auf die Initiative des amerikanischen Vizepräsidenten AI Gore
von 1994 zurück. Es ist ein weltweites Schul- und Umweltprojekt, das in enger Zusammenarbeit
zwischen gleichberechtigten Partnern, nämlich Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und
Wissenschaftern durch langfristiges Beobachten unser "System Erde" besser verstehen will.
Schülerteams erfassen regelmässig umweltrelevante Daten mit Messgeräten - wie Sonnenzelle,
Windmessgeräte, Niederschlag- und Schneemengegefässen usw. - die auf dem Dach der
Kantonsschule installiert sind resp. noch werden. Diese Messungen werden in das
meteorologische Rechenzentrum der Kantonsschule übertragen und in der Folge via Internet
in eine Datenbank eingegeben. Dort werden diese Daten ausgewertet, zusammengefasst, mit
Messdaten aus anderen Quellen kombiniert und zu Graphiken aufbereitetet. Diese Informationen
können von allen Interessierten weltweit über World-Wide-Web abgerufen und für schulische
und wissenschaftliche Zwecke verwendet werden.
In der jetzigen Aufbauphase werden permanent aufgezeichnet:
- Windgeschwindigkeit
- Windrichtung
- Lufttemperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Luftdruck
- Regenmenge
- Sonneneinstrahlung
- Schneehöhe.
Durch die Erfassung dieser Daten können Phänomene wie Klima und Wetter, Beginn der
Blütezeit verschiedener Pflanzen, Wanderungen der Amphibien und Laichzeiten, Ozonschäden
beim Klee, gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Ozon und UV-Strahlung beobachtet
werden.
Die Lehrkräfte der Naturwissenschaften Biologie, Chemie, Geographie,Physik erhalten so
die Möglichkeit, aktuelle Projekte in ihren Unterricht zu integrieren oder speziell
interessierte Schülerinnen und Schüler für eigenständige Projekte (Maturaarbeit) zu
motivieren und zu beraten. Mit der Beteiligung am internationalen GLOBE-Programm bietet
sich die Chance, Themen des Unterrichtes in einen grösseren Zusammenhang zu stellen und
damit globales Lernen zu fördern. Den Schülerinnen und Schülern eröffnet sich die
Möglichkeit, mit ganz konkreten Fragen an andere beteiligte Schulen zu gelangen oder an
Diskussionsforen zu bestimmten Aspekten, an denen sich auch Wissenschafter beteiligen,
teilzunehmen.
Schulen ans Netz
Im Zug der schweizerischen Bemühungen «Schulen ans Netz» bietet GLOBE mit
weltweit über 6000 angeschlossenen Schulen eine ideale Plattform, um in einem pädagogisch
fundierten Konzept verschiedene Fertigkeiten des Informationszeitalters wie Recherchieren,
Fragen, Erörtern, Interviewen, Argumentieren, Zusammenfassen einüben zu können.
Freude bei der Geschäftsleitung der Kalkfabrik Netstal
Heinz Marti, dipl. Ing. ETH, Geschäftsleiter der Kalkfabrik, gab seiner grossen Freude
Ausdruck , dass mit dieser Jubiläumsgabe etwas für die Bildungsförderung in unsererm Kanton
gemacht werden konnte. Er freue sich, dass das Projekt so gut angelaufen sei, und er möchte
sich für die gute Zusammenarbeit bedanken. |
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